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Die Kunst der First Nation in Australia

  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 1 Tag

Die zeitgenössische Kunst der Aboriginal Peoples oder der First Nation, wie man sie heute benennt, ist eine einzigartige und mittlerweile hoch geschätzte Kunst- was macht sie so besonders.

 

Die Kunst der First Nations in Australia

 Mario Fox

Wenn man eine Kultur ausrotten will, zerstöre man ihre Kunst....umgekehrt besteht eine profunde Überlebenschance einer gefährdeten Kultur darin, ihre Kunst zu pflegen...

Die Aborigines, oder wie man heutzutage sagt: die First Nation Peoples Australiens stellen auf unserem Planeten die älteste noch lebende Kultur dar, sie existieren seit ca. 40 000 Jahren als Nomadenvölker und erst seit kürzester Zeit sind sie gezwungen, ihre Lebensart den urbanen Lebensverhältnissen der selbsternannten Entdecker Australiens anzupassen, wenn sie überleben wollen.

Die 70er Jahre markieren für die Aboriginal bzw. First Nation Peoples- nach den Zeiten von Vertreibung und Völkermord erhielten sie 1967 die Anerkennung als australische Staatsbürger- den Beginn ihrer zeitgenössischen Kunst, die keineswegs nur als Ethnokunsthandwerk anzusehen ist! Ausgang der Kunst- vor allem der Malbewegung- war die Siedlung Papunya bei Alice Springs. Hierher wurden ca. 1000 (!) Aboriginal bzw. First Nation Peoples - die traditionell als Nomaden in kleinen Gruppen leben- deportiert, um zu lernen, sich in die Kultur der Weißen zu assimilieren. Als Glücksfall ihrer Geschichte erwies sich Geoffrey Bardon, der in Papunya als Kunstlehrer arbeitete und die First Naton Peoples animieren konnte, ihr kulturelles Erbe in Form einer ihnen eigenen Bildsprache zu erhalten- ein wirksamer Weg, das eigene, vom Aussterben bedrohte Volk zu erhalten. Heute ist eine große Vielfalt in der Aboriginal-Malerei entstanden, die sich über den ganzen Kontinent in einer lokalabhängigen immensen Vielfalt der Stile zeigt, grob unterscheidbar in Desert- oder Stadt-Kunst. Jede Künstlerin, jeder Künstler bearbeitet ein Leben lang nur ein Thema, das ihr oder ihm von der eigenen Gruppe mitgegeben wurde, immer nur ein Thema, immer wieder neu.

Für mich zeigt die AboriginalArt - natürlich gibt es auch hier viel Trash, ich beziehe mich hier aber auf ihre Kunst- eine unvergleichliche Mischung aus Abstraktion und Narrativen. Das Besondere an dieser Kunst: Die Abstraktionen sind nicht Selbstzweck, sondern verweisen auf Konkretes, meist auf konkretes Wissen um die Quellen von Wasser oder Nahrungsmittel. Es sind oft über Lieder, sogenannte Songlines oder Traumpfade, übersetzbare Hinweise auf Wege durch das unwegsame Land, zu Wasserstellen, Pflanzen und Ahnen. Wer die Lieder kennt, deren Rhythmen oft in den Kunstwerken festgehalten wird, kann sich in diesen unermesslichen Weiten des Landes orientieren, was ja gerade für Nomadenvölker existentiell ist. So hat diese Kunst eine unvergleichliche Legierung zwischen Abstraktion und Konkretion geschaffen, die ihr eine spürbare Tiefe verleiht.

Mittlerweile erzielen die Exponate ihrer herausragenden Künstlerinnen und Künstler Höchstpreise auch in US-Galerien. Ein guter Teil der erzielten Gewinne der australischen Galeristen, wenn sie die Künstler und Künstlerinnen fair entlohnen, fließt zurück in die Aboriginal-Communities. Mir scheint es ein gangbarer, schöner und effektiver Weg zu sein, den First Nation Peoples zu helfen, in Würde zu überleben und von ihren Drogen- und Gewaltproblemen- stets Zeichen einer untergehenden Kultur- loszukommen.

Aufmerksam für das Schicksal der Aboriginal Peoples gemacht, kann man mit dem Kauf der AboriginalKunst dazu beitragen, würdevolle Wege zu wechselseitigem Respekt zwischen den Kulturen zu beschreiten; diese Bilder mögen eindrucksvoll belegen, dass die Kunst der Aborigines bzw. First Nation Peoples sich keineswegs verstecken muss hinter der des weißen Mannes, sondern mindestens ebenbürtig ist....





 


 
 
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